Garmin Edge 830: Wie schlägt sich das neue Modell?

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Garmin Edge 830: Wie schlägt sich das neue Modell?

Im Herbst 2015, also vor mittlerweile knapp vier Jahren, habe ich mir erstmals einen Garmin Edge gekauft. Bis dato war ich lediglich mit Sportuhr unterwegs. Für meine mehrmonatige Reise nach Südafrika habe ich mir einen Navigationsfähigen Computer gewünscht, um auf ungewohnten und nicht ganz ungefährlichen Terrain (wenn man Erzählungen glauben darf) auf den richtigen Straßen zu bleiben. Im Juli dieses Jahres gab es ein Upgrade: seitdem nutze ich den Garmin Edge 830, den gleichen GPS Computer, nur zwei Generationen weiter. Zeit für ein Zwischenfazit!


First things first: Ein „Chapeau“ an den alten Knochen


Knapp vier Jahre, geschätzte 45.000 Kilometer. Ich denke ich darf mir ein Urteil zum Edge 810 erlauben. Es gab maximal eine Handvoll Abstürze - meist in Verbindung einer aktiven Tour, wechseln der Route und laden einer Strecke gleichzeitig. Die Akku Laufzeit ist zwar schwächer geworden, aber immer noch auf unglaublich gutem Niveau. Ohne Navigation, dafür mit sekündlichem Aufzeichnungsintervall und Display Beleuchtung auf 15 Sekunden gestellt: Schätzungsweise 8-10 Stunden. Hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt meine Finger an ein neues Gerät zu bekommen, ich wäre weiterhin wunschlos glücklich gewesen mit dem „alten Knochen“ - und das meine ich äußerst positiv! Aaaaaber, es gab ein neues Gerät. Zum Glück!


Neuer Glanz, neue Funktionen, gewohnte Bedienung


Jetzt aber zum neuen Gerät, dem Garmin Edge 830. Wer vorher mit Garmin unterwegs war - und wohl auch alle anderen - werden bei der Einrichtung keine Probleme haben. Die Setups sind alle intuitiv. Schnell das Benutzerprofil eingestellt, Räder, Sensoren und co. verbunden und schon kann es losgehen. Rein haptisch betrachtet und gefühlt, ist der neue Edge eine Weiterentwicklung. Klar, ein Neugerät ist noch nicht so durchgerockt wie mein alter Computer nach vier Jahren Sonne, Regen, Wind und Schweiß, aber auch sonst überzeugt die Hardware. Mir gefällt, dass das Gerät deutlich schlanker ist. Gerade bei den engen Extensions am Zeitfahrrad in Verbindung mit Trinksystem und Schlauch, habe ich so etwas mehr Spielraum.


Auch ist die Anzeige noch einmal deutlich klarer und hochauflösender. Ganz egal ob ich mir drei, fünf oder zehn Datenfelder gleichzeitig anzeigen lasse, die Größe der Zahlen und die Auflösung ist 1a und damit immer gut zu lesen. Ob man es simpel mag (z.B. im Rennen „nur“ Trittfrequenz, Watt und Distanz) oder ein Datensammler ist (z.B. Zeit, Distanz, Watt, Trittfrequenz, Puls, Kalorien, Uhrzeit und und und), das Display gibt alles her.

Foto: Sven Schomburg / www.photo-schomburg.de


GPS und Bedienung


Vorne weg und für mich das Wichtigste bei meinem Computer: Schnelligkeit und Genauigkeit. In erster Linie in Bezug auf das GPS Signal (ich fahre ohne externen Geschwindigkeitssensor) und das Koppeln der Sensoren (Leistungsmesser, Herzfrequenz etc.). Ich möchte schließlich schnell mit meinem Training beginnen. Beides hat sich im Vergleich zu meinem alten Gerät verbessert, wobei der Garmin Edge 810 schon absolut zuverlässig war. Gerade bei bewölktem Himmel ist das GPS aber spürbar schneller gefunden.


Wie der Vorgänger auch, verfügt der Garmin Edge 830 über Touchscreen und Farbdisplay. Dass das Display hochauflösender ist, habe ich bereits geschrieben. Auch empfinde ich den Touch Screen speziell bei nassem Bildschirm als sensibler, also „more responsive“. Komplettiert wird das Setup durch drei Tasten (An und aus, Rundenzähler, Start und Stopp). Die Bedienung ist und bleibt kinderleicht und intuitiv. Genau so wie es während des Trainings sein soll..!


Ein ganz, ganz großer Pluspunkt: Das Ladekabel. Banal, aber wichtig: Der alte Garmin Edge 810 hatte ein spezielles Ladekabel. Hat man das vergessen, hatte man ein Problem. Ist mir zum Glück nie passiert, aber häufig genug habe ich Freunden ausgeholfen, die ohne mich aufgeschmissen bzw. Ohne Computer unterwegs gewesen wären. Der neue Garmin Edge 830 kommt mit Mini USB, genauso wie fast alle Handys, Kopfhörer, Musikboxen und und und. Irgendein Kabel fliegt also immer rum und das Gerät kann zu jeder Zeit geladen und mit dem Laptop verbunden werden. Danke, Garmin! (Frage an die Entwickler: geht das nicht auch bei den Uhren? ;-) )


Sicherheit, Analyse, Navigation


Immer wieder entdecke ich neue Funktionen, die ich bis dato nicht kannte bzw. Von denen ich nur gelesen habe. Zum Beispiel warnt der Garmin Edge 830 vor scharfen Kurven. Am Deich oder „über die Dörfer“ passiert das relativ selten, aber die Funktion finde ich sensationell gut, gerade auf dem Zeitfahrrad und dem Blick regelmäßig nach unten. Auch die Unfallbenachrichtigung ist neu. Ein tolles Feature; leider passiert aktuell ja viel zu viel… *aufHolzgeklopft*


Was sich ebenfalls stark verbessert hat, ist die Navigation. Diese kann nun direkt auf dem Gerät eingerichtet und gestartet werden. Entweder gibt man Streckenpunkte an, zu denen man geführt werden möchte oder man wählt die „Back to Start“ Funktion, um den Weg nach Hause angezeigt zu bekommen. Das alles geht schnell, unkompliziert und während der Tour. Natürlich können wie beim Vorgänger vorab Routen auf den GPS Computer geladen und dann abgefahren werden.


Ebenfalls deutlich ausführlicher sind die Auswertungen direkt nach einer Tour. Auf mehreren Seiten wird hier alles angezeigt was man braucht - und noch viel mehr. Für mich bietet der Edge 830 deutlich mehr Funktionen als ich benötige, aber da sind Geschmäcker und Bedürfnisse ja ganz unterschiedlich.

Foto: Sven Schomburg / www.photo-schomburg.de


Nützliche Funktionen, die es zu entdecken gilt


Eine weitere Funktion, die ich erst kürzlich nutzen kann, ist die Steuerung des Smart-Indoor-Trainers. Seit knapp vier Wochen bin ich stolzer Besitzer eines Wahoo Kickr und damit auch endlich in der Welt der Smart-Trainer angekommen. Den Widerstand des Trainers kann ich ganz einfach über den Edge steuern. Auch voreingestellte Trainingseinheiten kann ich bspw. Von Trainingpeaks abrufen und „abspulen“. Eine Funktion, die ich vorher zwar nicht gesucht, aber auch nicht gefunden habe. Funktionen wie Diese sind es, die das Training spürbar und wirklich einfacher und effizienter machen! Ich persönlich nutze zwar ZWIFT, aber dank des Garmin Edge bräuchte es keine zusätzliche kostenpflichtige Anwendung.


Der Edge bietet noch zahlreiche Funktionen, die ich bis dato noch nicht getestet habe. Zum Beispiel das Group- oder Live Tracking. Letztere Funktion möchte ich als nächstes erforschen, um bspw. Verabredungen auf dem Laufenden zu halten oder nur meiner Familie ein gutes Gefühl zu geben, wenn ich beim Training bin.


Fazit: Sehr gelungene Weiterentwicklung


Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich weiterhin glücklich mit dem Edge 810 unterwegs gewesen wäre. Ich muss aber sagen, dass der neue Edge 830 noch einmal ein Schritt nach vorne ist in Sachen Funktionen und Geschwindigkeit. Besonders gefällt mir bei all den Weiterentwicklungen jedoch, dass an Erfolgsfaktoren wie der Kombination aus Touch Screen und Tasten oder der bestehenden Bedienung und Menüführung festgehalten wurde. So fällt die Umgewöhnung nicht schwer und man kommt schnell in den Genuss der neuen Features.


Titelfoto: Sven Schomburg / www.photo-schomburg.de

21. August 2019
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