Garmin Fenix 6x im Test: Wie schlägt sich das Flaggschiff?

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Garmin Fenix 6x im Test: Wie schlägt sich das Flaggschiff?
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Garmin Fenix 6x im Test: Wie schlägt sich das Flaggschiff?

Viele Triathleten sind echte Datenfreaks: Herzfrequenz, Wattwerte, Rechts-Links-Verteilung, Höhenmeter, Splits, Rundenzeiten und und und. Die Liste der zu messenden Daten ließe sich hier schier ewig verlängern. Ich gehöre zwar nicht zu der Gruppe von Athleten, die jede Einheit detailliert auseinander nimmt, beschäftige mich aber dennoch gern mit den wichtigsten Parametern. Ein Gerät, das alles an Daten ausspuckt, die man sich nur ausmalen kann, ist die Garmin Fenix 6x. Das Gerät durfte ich testen und auf die Probe stellen. Außerdem habe ich den direkten Vergleich einer Einheit zwischen Forerunner 935 und Fenix 6x am Ende des Blogs.


Ich möchte Euch jedoch nicht mit einem langen Text langweilen, in dem ich auf alle Funktionen eingehe. Kurz und knapp sei nämlich gesagt: Alles was man beim Laufen, Radfahren und Schwimmen erfahren möchte, spuckt die Uhr theoretisch aus. Detaillierte Beschreibungen gibt es auf der Herstellerseite und in zahlreichen Blogs und Foren.


Viel spannender finde ich die Frage: Lohnt sich die Anschaffung des Premium-Modells? Für wen lohnt sich die Uhr? Und: bietet sie einen Mehrwert gegenüber meiner - ebenfalls Premium - Garmin Forerunner 935, bei der ich schon nur einen Bruchteil der Funktionen nutze?


In meinen Instagram Stories habe ich nach Interessen gefragt und einige Fragen erhalten, auf die ich eingehen möchte. Also, Sicherheitsgurt angelegt und aufgepasst: Die Garmin Fenix 6x im Test!

Auch schick im Alltag. Foto: Hersteller


Der erste Blick: Edel, sportlich und geräumig


Könnte auch die Beschreibung eines Sportwagens sein, gemeint ist allerdings die Uhr. Die Fenix Serie habe ich schon immer für den edlen Look bewundert. Dazu ist die Haptik unglaublich hochwertig. Plastik sucht man hier vergebens. Man outet sich beim Tragen auch nicht auf den ersten Blick als Triathlet, sondern könnte die Uhr in Meetings und bei Feierlichkeiten tragen und gleichzeitig eine gute Figur abgeben. Unterstützt wird der Look durch unterschiedliche Armbänder (z.B. Sport: Silikon, Alltag: Edelstahl), die in Sekundenschnelle auszuwechseln sind.


Das Display ist ziemlich groß und trägt damit ordentlich am Handgelenk auf. Dennoch ist die Uhr deutlich schlanker und cooler (subjektiv) als bspw. die Garmin Forerunner 920xt vor einigen Jahren. Ich habe die 6x, das größte Modell der Fenix-Serie mit 51mm Durchmesser, getragen. Die Fenix 6 (47mm) und Fenix 6s (42mm) sind schon deutlich kleiner, damit auch leichter und für kleinere Handgelenke geeignet.


INSTAGRAM FRAGEN #1: Ein Großteil der Rückfragen drehten sich um Größe, Gewicht und Tragegefühl. Ist die Uhr zu groß? Ist sie zu schwer? Wie sieht es mit schmalen Handgelenken aus?


ALEX: Im ersten Moment empfand ich die Uhr tatsächlich als relativ schwer. Eher wie eine teure Lifestyle-Uhr, aber nicht zum Joggen. Meine Befürchtung hat sich zum Glück allerdings gar nicht bestätigt: Einmal am Handgelenk, habe ich den Gewichtsunterschied zu der Forerunner 935 nicht mehr wahrgenommen. Der Gewichtsunterschied sind auch nur knapp 15 Gramm.

Meine wichtigsten Funktionen: Musik, Karten, Trainingsseiten, Akkulaufzeit


Wie gesagt: ich möchte hier nicht alle Funktionen runterbeten. Als Nutzer der Forerunner 935 haben mich aber einige Funktionen interessiert, die mein aktuelles Modell nicht hergibt. Fangen wir mit den für mich wichtigsten Funktionen an:


AKKULAUFZEIT: Die Instagram Follower, die meine Story gesehen haben, staunten nicht schlecht. Viel Feedback und Nachfragen habe ich zur Akku Laufzeit bekommen: 20 Tage! Im Standby Modus natürlich, aber trotzdem: Hut ab! Getestet habe ich nicht bis die Uhr leer war, aber das ist mal richtig vielversprechend.


TRAININGSSEITEN: Natürlich kann man bei der Fenix 6x die Trainingsseiten individualisieren und auch mehrere Seiten erstellen und zwischen ihnen wechseln. Lustigerweise waren genau die Werte voreingestellt, die ich mir für die Laufeinheiten ausgewählt hätte. Im Vergleich zur Forerunner 935 können nicht drei, sondern vier Werte gleichzeitig ausgewählt und dargestellt werden. Die Ansicht ist weiterhin groß und scharf. Ein deutliches Plus gegenüber meiner „alten“ Uhr.


MUSIKFUNKTION: Ein Knaller! Ich könnte einfach kein Handy mit auf die Laufrunde nehmen. Mich stört das Gerät einfach und außerdem brauche ich keine Selfies vom Lauf ;-)
Folglich benötige ich also einen externen MP3 Player, wenn ich Musik hören möchte. Auch das Gerät nervt mich tierisch und der Kabelsalat stresst mich nur beim Lauf. „Mit der Musikfunktion in der Uhr könnte dies ein Ende haben, wenn sie denn funktioniert“, habe ich mir gedacht und sie direkt ausprobiert. Was soll ich sagen? Kinderleicht. Uhr mit Handy koppeln, Musikquelle (in meinem Fall Spotify) auswählen, Kopfhörer per Bluetooth pairen und ab dafür. Beim Lauf gab es keinerlei Ausfälle oder Unterbrechungen der Musik. Die Verbindung ist die gesamte Zeit über da und als kleinen Bonus gibt die Uhr Rundenzeiten akustisch durch (in meinem Fall nach jedem Kilometer). Ein absolut geniales Feature, das die neuesten Uhren von Garmin besitzen!


INSTAGRAM FRAGEN #2: Alles rund um Musik. Ist die Musikfunktion auch während der Einheit zu bedienen? Können Songs übersprungen werden?


ALEX: Yes, die Musikfunktion ist im Standby und während der Aufzeichnung möglich. Die Bedienung (Lautstärke, Vor und zurück, Auswählen von Playlists etc.) geht über die Uhr oder an den Kopfhörern direkt.


KARTENFUNKTION: Durch die Größe des Displays ist es Garmin möglich gewesen, eine Karte auf die Uhr zu bringen. Dass was sonst nur von Fahrradcomputern bekannt war, ist also ab sofort auch am Handgelenk zu tragen - inklusive Routenfunktion, Navigation usw.
Mein Test beschränkt sich auf die relativ übersichtliche und mir bekannte City und nicht auf kleine, verwinkelte Trails, aber hier gab es keinerlei Probleme. Die Straßen sind deutlich zu erkennen, die Route wird farblich hervorgehoben, Abzweigungen werden durch piepen und Vibration angesagt.


Im ersten Moment habe ich mich schon gefragt wofür ich eine Karte brauche. Ich kenne die Routen und laufen kann man praktisch überall, weil man im Gegensatz zum Radfahren nicht derart stark auf guten Untergrund angewiesen ist. Beim zweiten Überlegen sind mir allerdings einige Szenarien eingefallen, bei dem eine Karte durchaus gewinnbringend ist/gewesen wäre:


- Als Trainer/Guide im Camp
- Als Athlet im Camp könnte ich mir Routen der Trainer/Guides organisieren und ablaufen
- Als Athlet in unbekannten Gebieten und der Sicherheit, immer nach Hause zu finden
- Vergewissern, ob ein unbekannter Weg ins Nichts führt oder ggf. Zwei Routen verbindet
- Abschätzen von Entfernungen

Die Fenix 6 Serie gibt es in drei Größen


Die Karten- und Navigationsfunktion hat definitiv ihren Nutzen. Für mich persönlich wäre es aber auf Grund der seltenen Einsätze kein Argument pro Uhr.
ABER: Für wen diese Funktion sensationell gut geeignet ist, sind Trailläufer, die abseits der Straßen laufen. Überhaupt ist die Fenix 6x für diesen Einsatz perfekt durch die präzise Höhenmessung, zahlreiche Funktionen was wandern, Trails etc. angeht. Die Fenix 6 ist einfach mehr als „nur“ eine Triathlonuhr, sondern deckt im Prinzip alles ab was Outdoor (aber auch Indoor) stattfindet.


INSTAGRAM FRAGEN #3: Lohnt sich ein Update von Uhr XY zur Fenix? Was sind die Mehrwerte? Kann die Uhr mehr als meine bisherige Uhr XY?


ALEX: Wie immer: Kommt drauf an! Für mich ist die Uhr einfach saucool, mega edel und macht richtig was her! Ich arbeite fast ausschließlich in einem sportlichen Umfeld und fühle mich auch mit einer Sportuhr gut aufgehoben, aber wer neben Sportuhr auch etwas hermachen möchte, hat mit der Fenix 6 eine richtig gute Option.
Funktionstechnisch ist für mich die Musikfunktion der größte Mehrwert, die gibt es allerdings auch bei günstigeren Modellen. Aktuell würde ich dafür nicht umsteigen, ich bin mit meiner Uhr aber natürlich auch schon gut aufgehoben, weil alle nötigen Funkionen (Schrittfrequenz, GPS, Runden etc.) geboten sind. Wäre meine Uhr schon etwas älter und würde nicht das gesamte Spektrum bieten, würde ich aktuell wohl die Fenix 6 der Forerunner 935 vorziehen.


Fazit: Eine Uhr, die alles bietet


Eines steht fest: FALLS ich mal auf Trails umschwenken sollte und mir Metriken wie Höhenmeter mehr wert sind als aktuell, würde ich wohl investieren. Bis dahin bleibe ich meiner Forerunner 935 treu bis der Akku nichts mehr hergibt und werde ohne Musik laufen, keine Ansagen über Kopfhörer bekommen und auch nur drei Werte angezeigt bekommen. Könnte ich aktuell eine neue Uhr wählen, wäre es nach jetzigem Stand definitiv die Fenix 6.


Direkter Vergleich: Praktisch gleich!


Nun aber zum zu Beginn angesprochenen direkten Vergleich. Linkes Handgelenk die Fenix 6x, am rechten die Forerunner 935. Dass ich mich dabei unglaublich dekadent gefühlt habe, spielt jetzt mal kurz keine Rolle ;-)


Die Einheit: Vorbelastung für ein 10km Rennen am darauffolgenden Tag. Knapp 20 Minuten, ein paar schnellere Abschnitte, fertig. Ziemlich unspektakulär. Hier die Ergebnisse der beiden Uhren:

18. September 2019
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