New Balance FuelCell Rebel im Test

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New Balance FuelCell Rebel im Test
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New Balance FuelCell Rebel im Test

Mit neuen Laufschuhen kann man mich einfach glücklich machen. Gerade wenn sie etwas „neues“ oder „besonderes“ versprechen werde ich schnell hellhörig und möchte sie in meine Finger - oder eher an die Füße - bekommen. Mehr als ein Dutzend Schuhe sind in meinem Schrank und regelmäßig im Einsatz. Meinen aktuellen Favoriten möchte ich in diesem Bericht genauer vorstellen und direkt erläutern, warum es mir der New Balance FuelCell Rebel so angetan hat.


Der erste Eindruck: Weiche Sohle, breiter Vorfuß


Wer jetzt eine „Liebe-auf-den-ersten-Blick“-Geschichte erwartet, wird hier leider nicht fündig. Denn den Rebel habe ich erst im zweiten (An)Lauf lieben gelernt. Beim ersten Anziehen fielen mir direkt mehrere Sachen auf:

 

  • Der Schuh ist unglaublich leicht, obwohl er nicht die „Racer-Optik“ wie bspw. der New Balance Hanzo oder Saucony Type A besitzt. 208 Gramm in Größe 44 (Herstellerangaben) bringt er auf die Waage.
  • Der vordere Bereich ist schön breit und gibt dem Vorfuß ordentlich Platz - I like! Dazu sitzt er im Bereich des Knöchels und der Ferse angenehm weich, aber stabil. New Balance nennt diese Passform „Bootie Konstruktion“.
  • Die Sohle ist unglaublich weich; fast wie ein Kissen. Von Stützen ist hier keine Spur.
  • Weite Teile der Außensohle kommen ohne „Beschichtung“, Nur im Vor- und Mittelfuß, sowie im hintersten Fersenbereich ist die Sohle verstärkt.


Entsprechend neugierig und gespannt war ich vor dem ersten Lauf. Neue Schuhe laufe ich immer erst einmal bei einem ruhigen Dauerlauf ein. Dabei hat mich der FuelCell Rebel noch nicht gänzlich überzeugt. Die Sohle empfand ich als zu weich, im gemütlichen Tempo hatte ich zu wenig Führung. Schwammig statt schnell, aber das sollte sich ändern..!

Foto: Ina Rohden

Weil viele Läufer vom Rebel geschwärmt haben und die Tests im Internet durchweg positiv ausfielen, musste dringend ein zweiter Lauf her. Dieses Mal ging es intensiver zur Sache und der Schuh konnte seine Stärken ausspielen. Mit höherer Dynamik, entsprechender Oberkörper-Vorlage und höherer Frequenz macht sich die Konstruktion („gebogene“ Leistenform, Verstärkung im Vor- und Mittelfuß) deutlich bemerkbar. Der Rebel ist in diesem Tempobereich spürbar schneller und dynamischer als eigentlich alle Schuhe, die ich bis dato am Fuß hatte. Das abrollen, also der Drang nach vorne, ist pfeilschnell und meine Schrittfrequenz höher als in anderen Modellen. Das Laufgefühl ist direkt, aber mit unglaublich guter Dämpfung. Bis dahin hatte ich immer das Gefühl in einem der Bereiche einen Kompromiss eingehen zu müssen. Richtig harte und kernige Einheiten machen mir im Rebel einfach tierischen Spaß!

Mein persönlicher Favorit für schnelle Läufe


Mittlerweile absolviere ich einen Großteil meiner Tempoläufe und Intervalle im New Balance FuelCell Rebel. Eigentlich stand ich bis dato mehr auf direkte Schuhe mit niedrigerem Aufbau wie der NB 1500. Im Rebel fühle ich mich allerdings noch dynamischer und bekomme gleichzeitig eine bessere Dämpfung. Das mag bei kurzen Distanzen noch nicht all zu entscheidend sein, sich bei längeren Einheiten oder Rennen aber durchaus auszahlen.


Bei ruhigeren Einheiten setze ich weiterhin lieber auf Modelle mit stabilerer Sohle, die mir auch bei geringem Tempo eine saubere Führung geben und auf die ich mich verlassen kann, wenn ich weniger Spannung an den Tag lege.


Wer zuschlagen oder die Finger von lassen sollte…


Der New Balance FuelCell Rebel ist ganz sicher kein Schuh für Fersenläufer. Auch extremen Pronierern, also Athleten, die sehr stark nach innen knicken, würde ich vom Schuh abraten. Dafür ist das Modell aber auch nicht nur für Spezialisten entwickelt worden wie etwa einige Lightweight oder Racer auf dem Markt. In meinen Augen kommen Läufer auf ihre Kosten, die Tempoeinheiten oder Rennen im Programm haben und eine gewisse Grundstabilität aufweisen. Auch Athleten, die bewusst an ihrer Schrittfrequenz arbeiten möchten, werden mit dem Rebel höchstwahrscheinlich glücklich werden.


Auf keinen Fall sollte zu früh - z.B. beim Anprobieren - über den Schuh geurteilt werden. Manchmal erkennt man die große Liebe eben doch nicht auf den ersten Blick, sondern erst im zweiten Anlauf.

11. September 2019
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