Wahoo Elemnt Rival: Unser erster Testbericht aus der Praxis

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Wahoo Elemnt Rival: Unser erster Testbericht aus der Praxis

Wahoo Elemnt Rival: Ein neuer Rivale im Uhren-Game?

Bevor wir zu meinem Testergebnis und einem Urteil über die neue und damit erste Multisport-Uhr von Wahoo kommen, möchte ich noch ein paar Dinge vorweg klarstellen und erläutern: Ich bin ein großer Fan der Brand und seit ein paar Monaten stolzer Wahooligan - das heißt: Wahoo hat mir einige ihrer Produkte kostenfrei zukommen lassen. Den neuen Kickr, den Climb und Headwind, den Rollentisch usw.; Die Uhr habe ich von Trionik Multisport zum Test zur Verfügung gestellt bekommen und mittlerweile wieder abgegeben. Das Testurteil ist durch meine Verbindung zu Wahoo aber nicht verfälscht und Verpflichtungen, was Testurteile angeht, habe ich auch nicht.

Wahoo steht für mich für maximale Benutzerfreundlichkeit

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie sich Wahoo zum ersten Mal bei Trionik vorgestellt hat. Ein Vertreter hat Léana, Lexi und mir die Elemnt Radcomputer vorgestellt und die Bedienung erklärt. Wobei es dafür eigentlich keiner Erklärung bedarf. Die Computer ließen sich easy und in Sekundenschnelle per App einstellen und konfigurieren. Auf dem Display des Computers konnte man per Knopfdruck rein- und rauszoomen und sich entsprechend mehr oder weniger Datenfelder gleichzeitig anzeigen lassen. Die Elemnt hatten weder Touchscreen noch Farbdisplay, waren dafür aber kinderleicht zu bedienen und haben alle relevanten Metriken aufgezeichnet. Funktionalität stand ganz klar an erster Stelle. Anschalten, loslegen. Schon damals habe ich den Mitarbeiter gefragt wann eine Uhr auf den Markt kommen wird. Das war im September 2017. Ich kann also mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich lange auf dieses Produkt gefreut habe.

Der erste Eindruck: Simpel und intuitiv wie immer

Der erste Eindruck enttäuschte mich nicht. Noch besser: Ich war vom Design der Uhr angetan. Sehr edel, hochwertig und dennoch leicht. Ich hätte etwas „Rustikaleres“ für den Start erwartet. Aufgeladen wird die Uhr über einen mitgelieferten Adapter, auf den die Uhr aufgeschnallt wird. Hier hätte ich mir idealerweise einen Micro-USB-Stecker gewünscht, um auf ein weiteres Kabel in meinem Salat zu verzichten. Der Adapter funktioniert aber, also „fair enough“.

Die Konfiguration der Uhr ist so einfach, wie ich es gehofft und erwartet habe. App an, Uhr connecten, unterschiedliche Seiten konfigurieren und in Echtzeit die Anpassungen auf der Uhr verfolgen. Das klappt kinderleicht und gibt mir die unterschiedlichsten Möglichkeiten, was und auf welcher Seite ich es sehen möchte.

Rein- und rauszoomen

Absoluter Gamechanger: Die Zoomfunktion. Auf den Trainingsseiten lege ich – ebenfalls per App – die Prioritäten auf einer Seite fest, also bspw.: 1. Timer, 2. Distanz, 3. Puls, 4. Pace, 5. Rundenzeit usw.
Nun kann ich während der Einheit mit dem Druck von zwei Tasten (welche das sind, kann ebenfalls per App festgelegt werden) rein- und rauszoomen. Mir werden also nur ein Datenfeld gezeigt oder bis zu sechs. Laufe ich also nur locker vor mich hin und möchte mich nicht von Puls, Pace o.ä. verrückt machen lassen, kann ich mir nur den Timer anzeigen lassen, möchte ich den Puls noch sehen, Regel ich das über den Tastendruck. Einfach, aber genial!

Das ganze Spiel funktioniert natürlich mit mehreren Trainingsseiten. Ich habe also eine allgemeine Seite angelegt mit oben genannten Werten. Ein Klick nach rechts führt mich zur Seite mit Rundenstatistiken für Intervalle: Rundenzeit, Rundendistanz, Rundengeschwidigkeit, Puls etc.

Auf die Probe gestellt: 3, 2, 1, los!

Genug mit der Theorie, auf in die Praxis, rein in die Laufschuhe oder ab aufs Rad. Das Finden des GPS Signals dauert etwas länger als bei der Garmin, die ich zum Vergleich trug. Nach einem Software-Update ein paar Tage nach dem Release wurde aber auch das spürbar besser. Gleiches gilt für die GPS-Genauigkeit, die anfangs teilweise Ausschläge nach oben oder unten hatte, die sich im Nachhinein auf der Karte nachvollziehen ließen. Nach dem Update funktioniert das GPS mittlerweile konstant. Mit dem Radcomputer (2 Touren dienen hier als Vergleich) stimmt das GPS-Signal nahezu zu 100% überein. Auf zwei Runden zwischen 60 und 75km Länge betrug die Differenz der beiden Geräte max. 100 Meter.

Beim Laufen ist die Wahoo Elemnt Rival konstant drei bis fünf Sekunden pro Kilometer schneller als die Garmin. Auf dem vermessenen Radweg an der Alster (1.000m alle 100m markiert) war die Rival spot on. Vielleicht liegt die Wahrheit auch einfach in der Mitte?

Wie fast alle modernen Sportuhren verfügt die Wahoo Elemnt Rival über Herzfrequenzmessung am Handgelenk, die bei mir so war, wie es die meisten Erzählungen hergeben: bei ruhigen und gleichmäßigen Belastungen genau, bei Intervallen mit ständig steigenden und fallenden Werten, eher ungenau. Ich bleibe dabei: Wer zuverlässig akkurate Werte geliefert bekommen möchte, kommt um einen Brustgurt nicht herum. Da diese mittlerweile aber so flexibel und bequem sind, geht auch das für mich komplett in Ordnung.

Die weiteren Funktionen: Ein Flaggschiff und room for improvement

Wie sieht es mit den weiteren Funktionen aus? Das Herzstück der Wahoo Rival ist die Triathlon-Funktion. In einem Triathlon startet sie beim Drücken der Start-Taste den Schwimmabschnitt, wechselt automatisch in den ersten Wechsel und kommuniziert mit den Elemnt Radcomputern insofern, als dass beim Start des Bike-Splits die Werte auf dem Radcomputer gezeigt werden. Beim Absteigen wechselt sie in den Wechsel und anschließend in den Laufabschnitt. Alle Werte, Zeiten, Distanzen etc. lassen sich dann im Nachhinein in der App einsehen.

Die Funktion ist der Hammer! Persönlich habe ich sie nicht getestet, aber mittlerweile genug Tests gelesen und Videos geguckt, als dass ich weiß, dass dieses Feature funktioniert. Für Triathleten macht diese Funktion total Sinn, wenn im Nachhinein alle Werte eingesehen werden sollen (z.B. Wattwerte auf dem Rad, Rundenzeiten beim Laufen etc.).

Ein Highlight ist außerdem die Kopplung mit den Wahoo Kickr Rollentrainern. Mit der Uhr lässt sich die Rolle steuern. Das dürfte v.a. für diejenigen interessant sein, die ZWIFT und Co. nur wegen der Trainingsprogramme nutzen.

Darüber hinaus verfügt die Uhr über einen Schrittzähler, der mittlerweile auch zum Standardrepertoire gehört. Die Schwimmfunktionen konnte ich auf Grund der aktuellen Bäder-Schließungen nicht testen, fürs Radfahren und Laufen besitzt die Uhr alle Basis-Funktionen, die eine Uhr haben MUSS.

Was nicht MUSS, aber definitiv KANN, wäre z.B. eine Musikfunktion gewesen. Als leidenschaftlicher Podcast-Hörer bin ich häufig mit Musik oder Podcasts auf den Ohren unterwegs. Diese Funktion hätte ich bei der neuen Uhr toll gefunden und als absoluten Mehrwert gesehen.

Die Akku Laufzeit: Ein echtes Powerhouse

Ganz wichtig: die Akkulaufzeit. Ich will nicht alle zwei Tage meine Uhr anschließen müssen, weil der Akku schwach ist. Abgeholt habe ich die Uhr am Montag, 16. November. Abends habe ich sie eingerichtet und am 17.11 meine erste Einheit absolviert. Die Uhr war dauerhaft angeschaltet und geladen habe ich sie am Donnerstag, 26. November, morgens 8:01 Uhr zum ersten Mal (6% Akku verbleibend). Macht also neun volle Tage mit insgesamt 15:10 Stunden Trainingsaufzeichnungen. Ich denke, die Statistik kann sich durchaus sehen lassen.

Fazit: Ein echter Rivale oder viel heiße Luft?

Ich würde alles darauf verwetten - und das kann man schon zwischen den Zeilen der verantwortlichen Personen lesen - dass diese Version der Uhr nicht das Ende der Fahnenstange ist. Durch Firmware-Updates lassen sich mit Sicherheit noch weitere Funktionen integrieren oder verbessern. Meine Hoffnung auf eine integrierte Musikfunktion stirbt also noch nicht.

Ich finde die Bedienung der Uhr sensationell gut. Sie ist intuitiv, einfach, aber sinnvoll! Die Möglichkeit zu haben, das Bedienfeld während der Einheit zu verkleinern oder zu vergrößern, finde ich sensationell. Die Synchronisierung über die App, das Hochladen auf externe Plattformen wie Strava, das Teilen von Live-Standorten (ich schicke bspw. immer meiner Mutter und meiner Freundin einen Live-Standort, wenn ich auf dem Rad bin; sicher ist sicher), das Einrichten der Seiten, Knopfbelegungen etc: All das ist sensationell gut!

Verbessert werden kann die Geschwindigkeit, in der das GPS-Signal anfangs gefunden wird und – wie schon mehrfach geschrieben – die Vielzahl an zusätzlichen Funktionen.

Für meinen Teil bin ich ein Freund von einfacher Bedienung und den wichtigsten Metriken. Ich brauche keine Erholungszeiten, Vo2max-Berechnungen o.ä; daher komme ich bei der Rival auf meine Kosten. Wer das volle Leistungspaket mit allem Zipp und Zapp haben möchte, muss sich entweder auf folgende Updates gedulden oder sich bei anderen Modellen umgucken.

9. Dezember 2020
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