Monika Reker: Entgegen des Schicksals

- 05. Okt 2017, von: Alexander Siegmund

In der Woche nach dem Ironman 70.3 Rügen vor einigen Wochen hat uns eine besondere Nachricht von Monika erreicht, die es sich zu erzählen lohnt. Sie verkörpert vieles, worum es im Sport und vor allem im Triathlon geht: Durchhaltevermögen, Glaube und Ehrgeiz!


Monika kommt vom Radrennsport und war dort sowohl auf dem Mountainbike, als auch auf der Straße erfolgreich. 2011 war sie beispielsweise die schnellste Frau über 100km bei den Cyclassics. Dabei sollte ihre sportliche Laufbahn schon viele Jahre vorher zu Ende gehen: 2005 wurde bei ihr derart starkes Asthma diagnostiziert, dass die Ärzte sie bereits im Rollstuhl mit künstlicher Sauerstoffversorgung gewähnt haben. Aufgeben kam für die Polizistin aber nicht in Frage. Stattdessen setzte sie sich aufs Rad und kämpfte sich zurück!


Nach dem Sieg bei den Cyclassics war sie nur zwei Jahre späte auf dem Weg, einen weiteren großen Erfolg zu feiern. Beim 24-Stunden Rennen (Heavy24) lag sie in der Frauenwertung in Führung, bis ihr eine (!) Stunde vor Zielschluss das Rad in einer Schotterkurve wegrutschte. Sturz und Schlüsselbeinbruch; die Führung beim Rennen war futsch und am Ende stand Platz 2 zu Buche. Viel schlimmer waren jedoch die gesundheitlichen Probleme, die nach der Operation auftraten. Ein Keim hatte sich auf das Implantat gesetzt und sich peu a peu in den Knochen „gefressen“. In mehr als 95% der Fälle kann ein derartiger Befall durch Blutuntersuchungen festgestellt und frühzeitig behandelt werden, nicht so jedoch bei Monika, die starkes Morphium gegen die Schmerzen erhielt bis der Auslöser gefunden werden konnte. In Folge musste sie sich einem erneuten Eingriff unterziehen, die Schulter wurde großflächig gesäubert und viel Gewebe und kleinste Nerven mussten während der OP zerstört werden. Ab diesem Zeitpunkt war Monika Schmerzpatientin mit einer steifen Schulter, dazu als Polizistin im Prinzip berufsunfähig.


Wieder kämpfte Monika sich zurück, bekam Chemotherapie und arbeitete an der Mobilität ihrer Schulter. Keine 500 Meter sollte sie damit jemals wieder schwimmen können. Grund genug, sich vor etwa einem Jahr für den Ironman 70.3 Rügen anzumelden – als Beweis, dass sie es eben doch kann! Entgegen des Schicksals…

 

„Wenn man eine Einschränkung hat, kämpft man darum, die gesetzten Grenzen positiv zu verschieben!“


Die Mitteldistanz hat sie erfolgreich in 5:48h gefinisht. Trotz anspruchsvollen Schwimmens in der Ostsee und weiterhin anhaltenden Problemen in der Schulter. Schwimmen tut sie „mehr mit rechts als mit links“, kompensiert also die chronischen Probleme (u.a. Arthrose) mit individuellen technischen Anpassungen. Das steht zwar nicht im Lehrbuch, funktioniert aber für Monika. Auch die Zeitfahrposition musste sie sehr individuell und vorsichtig anpassen, um die 90 Kilometer zu überstehen. Dass dies geht, hat sie beim Ironman 70.3 bewiesen.


Für Monika ist aber noch nicht Schluss. Auf die Kämpferin wartet noch ein Highlight, das sie sich vor langer Zeit gesteckt hat und für das Rügen eine Art Testlauf war. An ihrem Geburtstag (22.10) findet auf Ibiza der Ibizatriathlon ebenfalls über die Mitteldistanz statt. „Tierra Santa“ – heilige Erde – findet man an dem Ort, an dem sich Monika nach ihrer kraftraubenden Behandlungen erholt hat. Eine passendere Location für den Beweis, was mit Willenskraft möglich ist, kann es in ihrem Fall wohl nicht geben.


Nachwirkungen hat die Polizisten, die auch im Trionik TriClub Mitglied ist, immer noch: einige Nervenstörungen in der kaputten Schulter, Arthrose und einen „schlafenden“ Knocheninfekt, der im schlimmsten Fall erneut auftreten kann. Mit ihrem Willen und unermüdlichen Kämpferherz wird Monika aber auch in diesem Fall die Oberhand behalten und sich gegen das Schicksal behaupten. Wir drücken dir von ganzen Herzen die Daumen, dass es gar nicht erst soweit kommt und du deinem Hobby, dem Triathlonsport, zukünftig mit weniger Sorgen und genauso viel Spaß nachgehen kannst und wirst! Vielen Dank für diese inspirierende Geschichte und ganz viel Erfolg für dein Projekt auf Ibiza, wir sind in Gedanken bei dir!


Mehr von Monika ist auf ihrer eigenen Website zu finden: www.monika-reker.de